Auch der Sportwagenhersteller Porsche ist mit Vorwürfen konfrontiert, abgasmanipulierte Dieselmotoren eingesetzt zu haben. Konkret sind der Porsche Macan mit 3,0 Liter V6-TDI-Motor und der Porsche Cayenne mit 4,2 Liter V8-TDI-Motor und mit V6-Motor, 3,0 l (Euro 6), von amtlichen Rückrufen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) betroffen, weil Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung eingesetzt worden sein sollen. Nach aktueller Rechtsprechung können die betroffenen Verbraucher daraus Ansprüche Schadensersatzansprüche herleiten. 

KBA: Abschalteinrichtungen in mehreren Porsche-Modellen

Mitte Mai 2018 hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine verbindliche Rückrufanordnung erlassen für insgesamt rund 53.000 Porsche Macan 3,0 Liter V6 TDI und fast 6.800 Porsche Cayenne 4,2 Liter V8 TDI. Schon im Mitte 2017 wurden rund 21.500 Dieselfahrzeuge des Tys V6, 3,0 l der Euro-6-Norm zurückgerufen. Zu diesem Modell hatte Porsche dem KBA noch den Einsatz einer Abschalteinrichtung selbst gemeldet und sprach von „Unregelmäßigkeiten“ in der Motorsteuerungssoftware. Umgehend wurde ein Rückruf angeordnet, der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verhängte zwischenzeitlich gar ein Zulassungsverbot. Jetzt wollen Prüfer des KBA auch in den Modellen Macan S Diesel,V6-Motor, 3,0 l und undCayenne 4,2-Liter-V8-Motor illegale Abschalteinrichtungen gefunden haben. Dadurch kann es im realen Fahrbetrieb zu einem erhöhten Stickoxid-Ausstoß kommen. Deshalb wurde zu beiden Modellen jetzt ein amtlicher Rückruf angeordnet.

Seit Anfang 2018 untersuchen Prüfer der Behörde auch das Modell Panamera auf mögliche Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung.

Macan S Diesel,V6-Motor, 3,0 l: Software-Update offenbar wirkungslos

Porsche wurde aufgefordert, die gefundenen illegalen Abschalteinrichtungen zu entfernen und ein geeignetes Maßnahmenpaket zu entwickeln, damit die vorgeschriebenen Abgaswerte eingehalten werden. Experten meinen, dies sei vor allem beim Porsche Macan schwierig, da die Prüfer des KBA beim diesem Fahrzeug angeblich gleich fünf illegale Abschalteinrichtungen gefunden haben. Bereits 2016 hatte es beim Porsche Macan ein Softwareupdate zur Verbesserung der Abgaswerte gegeben – eine „freiwillige Servicemaßnahme“, wie es hieß. Die Abgasreinigung funktionierte in vollem Umfang erst ab 17 Grad, nach dem Software-Update „schon“ ab fünf Grad Außentemperatur. Auch der Porsche Cayenne war im Herbst 2017 zurückgerufen worden – auf amtliche Anordnung, ebenfalls zur Verbesserung der Abgaswerte. 

Razzien und Strafverfahren

Wegen manipulierter Software hat es auch bereits Razzien bei der Audi AG und bei Porsche gegeben. Die bei Porsche verbauten Diesel-Motoren stammen von Audi. Sie halten die Abgaswerte wohl nur auf dem Prüfstand ein, im Realbetrieb offensichtlich nicht. Ermittelt wird wegen Betrugs und strafbarer Werbung.

Urteile gegen Händler und Hersteller

Beim Vorliegen unzulässiger Abschalteinrichtungen haben etliche Gerichte Ansprüche gegen Händler bzw. Hersteller bestätigt. Wegen der Abgasmanipulationen des Volkswagen-Konzerns reichten inzwischen zahlreiche Kunden Klage auf Schadensersatz und Rückabwicklung vor etlichen Gerichten in ganz Deutschland ein. Weil Volkswagen eine unzulässige Abschalteinrichtung einsetzte, sprachen diverse Gerichte VW-Kunden mittlerweile aus unterschiedlichen Rechtsgründen Schadenersatz zu. Inzwischen gibt es auch eine erste obergerichtliche Entscheidung, nämlich die des Oberlandesgerichts Köln. Dort wurde der Autohändler zur Rücknahme eines VW EOS 2,0 TDI verpflichtet, der eine illegale Abschalteinrichtung enthielt (OLG Köln, Beschluss vom 28.05.2018, Az. 27 U 13/17).

Schadensersatz wegen Betrug

Bei der Beurteilung des VW-Skandals finden die Gerichte - gerade auch im Bremer Umland - teilweise deutliche Worte.  Das Landgericht Verden verurteilte Volkswagen Anfang des Jahres zu Schadensersatz wegen Betruges. Das Landgericht Oldenburg warf dem Wolfsburger Autobauer jüngst in Hinweisen ein arglistiges Inverkehrbringen eines mangelhaften Fahrzeugs beziehungsweise Motors vor, dessen Typgenehmigung durch gezielte Manipulation erschlichen worden sei. Diese Prozesse können eine Blaupause werden für Verfahren gegen Porsche.

Fahrzeug-Finanzierung widerrufen

Obendrein sind viele Autofinanzierungen, die mit Verbrauchern abgeschlossen wurden, wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrungen bis heute widerruflich. Unabhängig davon, ob eine Manipulation vorliegt, kann bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung im Regelfall auch nach Jahren noch der Widerruf der Finanzierung erklärt werden. Dann muss der gesamte Fahrzeugkauf rückabgewickelt werden. Mehr dazu finden Sie hier.

Betroffene sollten handeln

Die Kanzlei Dr. Ehlers empfiehlt, das derzeit verbraucherfreundliche Umfeld in der Rechtsprechung zu nutzen und Ansprüche gegen Hersteller und ggf. den Händler prüfen zu lassen. Die Kanzlei Dr. Ehlers bietet insofern eine kostenfreie Erstberatung an. 

Jetzt handeln

Betroffene Modelle

  • Macan 3.0 V6 TDI
  • Cayenne 4.2 V8 TDI
  • Cayenne 3.0 V6 TDI