Bisher stand in allen Prozessen gegen die Autohersteller VW und Audi der Motor EA 189 im Vordergrund, doch das hat sich jetzt geändert: Das Oberlandesgericht Oldenburg entschied jetzt in einem Urteil (1 U 160/20) zugunsten eines PKW-Käufers mit dem Motor EA 897.

In diesem Fall ging es um den Motor des Audi A7 Sportback 3.0 TDI quattro. Der hier genutzte Motor EA 897 evo wurde überwiegend in teureren Fahrzeugen von Audi und VW, aber auch bei Porsche eingebaut.

Wie auch bei bereits vorangegangenen Urteilen im Dieselskandal entschied das Gericht aufgrund der Sittenwidrigkeit der illegalen Abschalteinrichtungen. Audi sei gegenüber dem Kläger zu Schadensersatz verpflichtet, denn der Hersteller habe ihm „in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise zumindest bedingt vorsätzlich einen Schaden zugefügt“, heißt es in dem Urteil.

Der Motor besagte wurde vom Kraftfahrtbundesamt Ende 2018 zurückgerufen.

Rechtanwalt Dr. André Ehlers sieht das Urteil als richtungsweisend an: „Spannend wird sein, ob es dann in naher Zukunft zu einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu den großen Motoren von Audi kommt, denn diese fehlt bisher noch.“

Betroffene können hier die Höhe ihrer möglichen Ansprüche ausrechnen lassen.