Der Abgasskandal bei Audi weitet sich offenbar aus: Der Bayerische Rundfunk und das Handelsblatt melden, Audi habe nicht nur eine, sondern vier verschiedene Vorrichtungen benutzt, um den Schadstoffausstoß zu manipulieren. Bereits im November 2018 startete Audi die Umsetzung des ersten von insgesamt acht Rückrufen für Autos mit V-TDI-Motoren, die vom Kraftfahrtbundesamtes (KBA) angeordnet worden waren. Betroffene sollten Schadensersatz vom Hersteller verlangen, bevor das Fahrzeug auf dem freien Markt mit Wertabschlägen verkauft werden muss. Jüngst wurde Audi vor dem LG Stuttgart zum Schadensersatz verurteilt.

Diverse Rückrufe

Viele Audi-Halter haben jüngst Post von Ihrem Autohersteller bekommen: In dem Rückruf 23X6 werden Betroffene dazu aufgefordert, einen Werkstatttermin zu vereinbaren, damit ein Software-Update durchgeführt werden kann. Hintergrund ist, dass „Unregelmäßigkeiten in der Motorsteuerungssoftware (…) im Hinblick auf die Funktionsweise des Emissionsminderungssystems festgestellt wurden.“ Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Entfernung dieser Unregelmäßigkeiten angeordnet.

Betroffene Fahrzeuge

Betroffen vom Rückruf sind V-TDI-Motoren, nach Medienberichten ca. 151.000 Fahrzeuge in Deutschland. Diese werden in acht Tranchen zurückgerufen. Im November 2018 wurde das Update für rund 31.200 Fahrzeuge freigegeben. Seinerzeit waren folgende Modelle betroffen: 

  • A6 (Modelljahre 2015 bis 2018), 3.0 TDI
  • A7 Sportback (Modelljahren 2015 bis 2018), 3.0 TDI.

Der Rückruf von Dezember 2018 galt 64.000 Fahrzeugen der folgenden Modelle:

  • Audi A8 (2014 bis 2017), 3.0-TDI-V6
  • Audi Q5 (2014 und 2017), 3.0-TDI-V6
  • SQ5 (2015-2017), 3.0-TDI-V6

Weitere Rückrufe sollen nach der Freigabe der jeweiligen Software-Updates durch das KBA erfolgen.

Stilllegung droht – Folgen der Nachbesserung

Wird ein vom KBA verpflichtend angeordnetes Software-Update nicht durchgeführt, droht dem Halter die Stilllegung des Fahrzeuges. Doch sind die Folgen der Durchführung eines Software-Updates absehbar? Im Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal gibt es zahlreiche Berichte, wonach die ursprünglich abgasmanipulierten VW-Fahrzeuge auch nach dem Update die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte im Straßenverkehr noch immer nicht einhalten. Außerdem wird über einen Mehrverbrauch und einen höheren Verschleiß berichtet. Viele Kfz-Experten sind außerdem der Ansicht, dass das Update die Haltbarkeit des Fahrzeugs reduziert. In all diesen Fällen bliebe ein Schaden bei den Autokunden, die sich dann im Regelfall juristisch wehren müssen. Selbst wenn derartige Folgen noch vom Hersteller behebbar sind: Einen etwaigen Wertverlust, weil der Diesel-PKW durch ein Update nachgebessert wurde, erleidet in jedem Fall der Eigentümer des Fahrzeugs. Vor der Durchführung einer Maßnahme am Fahrzeug empfehlen wir deshalb, sich – kostenfrei – über juristische Möglichkeiten zu informieren.

Urteile gegen Hersteller und Händler

Die Rechtsprechung ist für betroffene Dieselbesitzer derzeit günstig. Nachdem VW-Händler und Volkswagen bereits mehrfach zum Schadensersatz verurteilt wurden, ergingen zuletzt auch Urteile gegen die Audi AG, in denen Betroffenen Schadensersatzansprüche zugesprochen wurden. So sprach das Landgericht Stuttgart (Urteil vom 08.01.2019, Az. 7 O 265/18) dem dortigen Audi-Kunden einen Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung aus, weil das Fahrzeug über eine unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne des Art. 5 Abs. 2 EG-VO 715/2007 verfüge. Die Audi AG wurde verurteilt, dem Kunden den Kaufpreis zu erstatten, wobei Nutzungsvorteile abgezogen wurden. Die Audi AG musste im Gegenzug das Fahrzeug zurücknehmen.

Kanzlei Dr. Ehlers vertritt Vielzahl von Diesel-Mandaten

Neben zahlreichen Verfahren gegen den Volkswagen-Konzern betreuen wir auch eine Vielzahl von Mandanten im Zusammenhang mit den Rückrufaktionen der Audi AG. Diesem Hersteller dürfte jetzt ebenfalls eine Klagewelle drohen. Zahlreiche Klagen sind bereits gegen den Ingolstädter Autobauer anhängig.

Rechtsprechung in der Region Bremen / Oldenburg verbraucherfreundlich

Aufgrund der Abgasmanipulationen reichen viele Kunden Klagen in ganz Deutschland ein. Gegen Audi oder Volkswagen als Hersteller und auch gegen die jeweiligen Verkäufer sprachen diverse Gerichte den Kunden bereits Ansprüche auf Schadensersatz bzw. Rückabwicklung zu. Bei der Beurteilung des VW-Skandals finden die Gerichte – gerade auch im Bremer Umland – teilweise deutliche Worte. Das Landgericht Verden verurteilte Volkswagen zum Schadensersatz wegen Betruges (Urteil vom 24.01.2018, Az. 2 O 110/17). Das Landgericht Oldenburg warf dem Wolfsburger Autobauer in Hinweisen ein arglistiges Inverkehrbringen eines mangelhaften Fahrzeugs beziehungsweise Motors vor, dessen Typgenehmigung durch gezielte Manipulation erschlichen worden sei. Sollte sich der Verdacht des KBA bestätigen, dass auch Audi unzulässige Abschaltfunktionen verwendet hat, wird die inzwischen gegen Volkswagen ergangene Rechtsprechung höchstwahrscheinlich eins zu eins übertragbar sein. Das wäre für Autobesitzer – gerade in der Region Bremen / Oldenburg – der „Türöffner“ für Rückabwicklungsansprüche. Obendrein können viele Autofinanzierungen, die mit Verbrauchern abgeschlossen wurden, wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrungen bis heute widerrufen werden.

Ansprüche jetzt kostenfrei prüfen lassen

Betroffene können sich von der Kanzlei Dr. Ehlers im Rahmen einer kostenfreien Erstberatung die Möglichkeiten aufzeigen lassen, welche Ansprüche gegen Händler und bzw. gegen den Hersteller bestehen können.

Fragebogen zum Download

  • Fragebogen DieselDie Kanzlei Dr. Ehlers bietet Betroffenen eine Prüfung individueller Ansprüche an. Ein Formular zur Kontaktaufnahme können Sie hier herunterladen. Über Kosten informieren wir, bevor diese entstehen.