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Widerspruch Lebensversicherung

LEBENS- UND RENTENVERSICHERUNGEN:

Lohnender Widerspruch

Fachanwalt: Widerspruch ermöglicht Ausstieg aus unrentablen Verträgen

 

Bremen (pe). Die anhaltend niedrigen Zinsen zwingen sie in den Sinkflug: die Rendite zahlreicher Kapitallebens- und Rentenversicherungen. Eine Option, wie Versicherte aus unrentablen Verträgen aussteigen können, ist der Widerspruch. Das gilt für laufende wie auch für bereits gekündigte oder regulär abgelaufene Policen. So lautet die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Den Versicherungen dürfte das kaum gefallen, immerhin geht es um ein Geschäft mit gigantischem Volumen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft gibt es hierzulande rund 89 Millionen Verträge bei Lebensversicherungen, Pensionskassen und -fonds sowie 40 Millionen Rentenversicherungsverträge.

 

Etwa die Hälfte der Lebens- und Rentenversicherungen halten die Kunden nicht bis zu dem vertraglich vorgesehenen Termin durch, schreibt das Internetportal Finanztip. Lange konnten unzufriedene Besitzer einer Lebensversicherung lediglich beleihen, verkaufen oder kündigen. Letzteres mit hohen Abschlägen. Der Widerspruch stellt inzwischen eine Alternative dar. Möglich ist eine Rückabwicklung via Widerspruch, wenn der Versicherungsabschluss zwischen dem 29. Juli 1994 und dem 31. Dezember 2007 erfolgt ist und der Versicherer fehlerhaft oder unzureichend über das Widerspruchs- oder Rücktrittsrecht belehrt hat. Eine Frist, zu der dieses Widerspruchsrecht im Fall eines Fehlers erlischt, sieht das Gesetz nicht vor – im Unterschied zu Widerrufsbelehrungen bei Baufinanzierungen.

 

Bei Belehrungen stecken die Chancen und der Teufel im Detail, schnell hat der Normalverbraucher einen wichtigen Punkt übersehen. Wurde die Belehrung optisch deutlich hervorgehoben? Steht in der Belehrung, dass der Widerspruch schriftlich erfolgen muss? Bei einem Vertrag ab dem Jahr 2002 wäre das falsch, denn seitdem reicht die Textform, also auch ein Widerspruch mittels E-Mail. Angesichts solcher Feinheiten und Fallstricke empfiehlt die Stiftung Warentest, sich Hilfe von Experten zu holen: „Den Widerspruch auf eigene Faust durchzusetzen, ist ziemlich kompliziert.“ Und das Onlineportal des Magazins Wirtschaftswoche merkte Mitte vergangenen Jahres an: „Die meisten Banken wehren sich vehement gegen den späten Widerruf und lassen es auf ein Gerichtsverfahren ankommen.“

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Versicherter fehlerhaft oder unzureichend über seinen Vertrag informiert wurde, er also etwa wichtige Unterlagen wie die Versicherungsbedingungen nicht erhalten hat, ist vergleichsweise hoch. So gibt die Verbraucherzentrale in Hamburg an, dass 60 Prozent der von ihr überprüften Belehrungen fehlerhaft waren. Die Prüfung der Dokumente kann sich also lohnen und buchstäblich auszahlen. Womit das Geld frei wäre für eine alternative, im besten Fall lukrativere Anlageform.

 

Bleibt die entscheidende Frage, was die Mühe bringt. „Bei einem erfolgreichen Widerspruch muss der Versicherer alle Einzahlungen erstatten, auch die oft hohen Verwaltungs- und Abschlusskosten“, erläutert Dr. André Ehlers, Gründer und Inhaber der gleichnamigen Anwaltskanzlei in Bremen. Abzuziehen seien die Beiträge für den „genossenen Versicherungsschutz“, wohingegen die erwirtschafteten Zinsen an den Kunden zurückfließen. „Und das ist häufig weit mehr als im Fall einer Kündigung“, sagt Dr. Ehlers, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und seit Jahren ausschließlich auf Seiten der Verbraucher tätig. Trotzdem ist vor einem Widerspruch stets die Prüfung zu empfehlen, wie sich ein solcher im Einzelfall wirtschaftlich auswirkt. "Jeder Versicherungsnehmer sollte im Vorfeld wissen, was er bei einem erfolgreichen Widerspruch finanziell erwarten kann," so Dr. Ehlers.

 

Versicherten und solche, die sich bereits früher von ihrer Police getrennt haben, bietet die Kanzlei Dr. Ehlers zur ersten Orientierung ein kostenfreies Erstgespräch an.

 

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