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Steuervorteile für Medienfonds in Gefahr

Finanzamt München beabsichtigt die Aberkennung der Verlustzuweisungen

Medienfonds waren jahrelang ein beliebtes Anlagemodell, mit dem Investoren ihre Steuern senken konnten. Inzwischen werden die steuerlich zu berücksichtigenden Verluste vieler Fonds in der einst gewährten Form aber nachträglich aberkannt, wodurch die Anleger geänderte Einkommensteuerbescheide erhalten. Die Folge sind erhebliche Steuernachzahlungen und Zinsen auf diese Nachzahlungen.

Der jüngste Fall: Die Anleger des Hannover Leasing Fonds Beteiligungsangebot Nr. 114 („Lord Dritte“) wurden darüber informiert, dass das Finanzamt München beabsichtigt, in geänderten Grundlagenbescheiden für die Jahre 2000 bis 2009 die Anfangsverluste abzuerkennen. Hintergrund ist, dass die Steuerfahndung der Ansicht sein soll, dass ein Großteil der Anlegergelder als „verdeckte Festgeldanlage“ angelegt und nur zum Schein mit dem Geschäftsmodell der Filmherstellung verknüpft wurden. Der verbleibende Investitionsbetrag sei zwar dem Tätigkeitsbereich der Filmherstellung zuzuordnen, allerdings wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht steuerlich auch nicht verlustrelevant.

Deshalb ist zu erwarten, dass die Anleger geänderte Einkommensteuerbescheide erhalten, in denen die früheren Verlustzuweisungen nicht mehr berücksichtigt werden. Auf die Anleger kämen Steuernachzahlungen zu, die mit 6 % zu verzinsen sind.

Hannover Leasing hat Rechtsmittel gegen die Änderung der Grundlagenbescheide angekündigt, doch: „Steuerliche Klarheit wird es vor Jahresende 2011 nicht geben“, erklärt Rechtsanwalt Dr. André Ehlers aus Bremen. Soweit Anleger vor der Zeichnung falsch beraten wurden, droht ihnen aber zum 31.12.2011 die Verjährung ihrer Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung. Rechtsanwalt Dr. Ehlers empfiehlt deshalb, sich nicht allein auf das Finanzgerichtsverfahren zu verlassen, sondern selbst aktiv zu werden. „Soweit die steuerlichen Vorteile als sicher dargestellt wurden, ohne dass auf die Gefahr einer späteren Aberkennung hingewiesen wurde, dürfte es sich um einen Beratungsfehler handeln, der den Anleger zur Rückabwicklung berechtigt“, so der Bremer Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Ehlers.

 

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